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Professor Christine Pütz, Projektleiterin für Praxismodule an der EMBA-Düsseldorf

Bewerbung leicht gemacht: Darauf solltest Du achten

Das Pflichtpraktikum im fünften Semester kann für EMBA-Studierende ein echter Türöffner in die Arbeitswelt sein. Wer hier überzeugt, kann wichtige Kontakte knüpfen und den eigenen Lebenslauf sinnvoll ergänzen. Aber wie findet man eigentlich den passenden Platz? Was sollte man im Anschreiben beachten und wie bereitet man sich auf das Bewerbungsgespräch vor? Professor Christine Pütz, Projektleiterin für Praxismodule an der EMBA-Düsseldorf weiß, worauf man besonderen Wert legen sollte. Im Interview verrät sie Euch die wichtigsten Tipps.

Internationaler Konzern, Start-up oder Agentur – wie finde ich heraus, welches Unternehmen am besten zu mir passt?
Prof. Christine Pütz: Das ist gar nicht so wichtig. Viel entscheidender ist der Aufgabenbereich. Der muss passen und eine vernünftige, inhaltliche und persönliche Nähe zum Praktikanten haben. Diese Übereinstimmung ist am wichtigsten. Und das ist auch viel besser zu beurteilen als eine Passung zu einem Unternehmen.  Wer allerdings jetzt schon weiß, dass eine internationale Karriere beispielsweise bei einem großen Medienkonzern das Ziel ist, der beeindruckt mit einem Praktikum in einer Miniagentur im Sauerland nur bedingt. Aber wer kann im fünften Semester schon konkret das spätere Karriereziel benennen. Also konzentriert Euch auf die Aufgabe, die Ihr gut zu können glaubt und die Spaß macht.

Worauf sollte ich in den Ausschreibungen ein besonderes Augenmerk legen?
Um eine Ausschreibung überhaupt zu finden, muss erst einmal gut gesucht werden. Hier bieten die Praktikums- und Jobbörsen im Internet ein großes Feld. Nehmt Euch die Zeit, konkrete Suchbegriffe zu formulieren und diese dann auch konsequent zu nutzen und mit den gefundenen Ausschreibungen zu matchen. Das können sowohl inhaltliche wie beispielsweise Organisation oder Presserecherche, als auch Begriffe sein, die in der Persönlichkeitskompetenz liegen wie beispielsweise Teamfähigkeit oder Engagement.. Je höher die Trefferquote, umso besser passt die Stelle. Das überzeugt auch den Empfänger Eurer Bewerbung.

Mein Lebenslauf ist abgesehen von Schule und Studium noch nicht wirklich ausführlich. Wie kann ich dennoch bei der Bewerbung punkten?

Das ist doch klar und weiß auch jeder, der Eure Bewerbung in Händen hält. Also keine Sorge. Um sich aber dennoch von anderen positiv abzuheben, empfehle ich, den Lebenslauf mit Inhalten aufzuwerten. Dazu zählen alle schulischen oder studentischen Tätigkeiten wie beispielsweise Klassensprecherin, Schüler- oder Studentenvertreter, sowie die Teilnahme an der Video-AG. Besorgt Euch Referenzen zum Beispiel von ehemaligen Lehrern, Projektbetreuern, Dozenten, weitere Tätigkeiten, Engagements oder gar Ehrenämtern sozialer, kultureller oder sportlicher Art und listet Eure Zertifikate der Praxisprojekte der EMBA auf wie Sprachkurse oder Zusatzseminare. Und selbstverständlich auch die Arbeitszeugnisse über bereits absolvierte Praktikumszeiten.
Etwas, was Euch auf jeden Fall von anderen abhebt, ist im Lebenslauf ein kleiner Fließtext zu Beginn, der Euch und Eure Kompetenzen kurz und knackig beschreibt. Da reichen drei bis vier Zeilen, um dem Empfänger ein schnelles und gutes Bild über Euch zu vermitteln. Und: Keine Schreibfehler!

Womit überzeuge ich im persönlichen Anschreiben besonders?
Auf keinen Fall mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ und auf drei Seiten! Immer den konkreten Ansprechpartner nennen und maximal eine dreiviertel Seite Text. Macht direkt im ersten Satz deutlich, dass Ihr der Richtige bzw. die Richtige für den Job seid. Hierbei nutzt die Übereinstimmungen Eurer Suchbegriffe mit denen in der Stellenausschreibung. Schreibt, dass Ihr den Job wirklich wollt und Lust auf die Aufgaben und das Unternehmen habt. Selbstbewusstsein schadet hier nicht, im Gegenteil. Ihr habt schließlich viel zu bieten. Und auch hier: Keine Schreibfehler!

Wie bereite ich mich optimal auf das Bewerbungsgespräch vor?
Glückwunsch! Eine Einladung zum Gespräch zeigt Euch das Interesse des Arbeitgebers. Der halbe Weg ist nun erfolgreich gegangen. Jetzt kommt es darauf an, persönlich zu überzeugen. Hier gibt es nur zwei Empfehlungen von mir: Erstens gut informiert sein durch Unternehmensrecherche – hier reicht oft die Homepage völlig aus – und zweitens authentisch bleiben. Arbeitgeber mögen informierte, interessierte und ehrliche Menschen, die sich nicht verstellen. Und wenn Ihr im Gespräch einmal unsicher werdet, nicht direkt die Antwort parat habt, kein Problem. Sprecht das direkt offen an, denn diese Ehrlichkeit macht euch noch sympathischer.

Mein erster Tag als Praktikant – was sollte ich auf jeden Fall beachten?
In jedem Fall offen, freundlich und neugierig in den Tag starten. Und natürlich gut zuhören.

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