Medienpraxis im WDR: Zwischen Tradition und Moderne

 Blick hinter die Kulissen eines öffentlich-rechtlichen Senders: Im Zuge einer Exkursion zum Funkhaus Düsseldorf sowie eines Gastvortrags in der EMBA diskutierten die Zweitsemester der EMBA-Düsseldorf (Sport-, Event- und Medienmanagement) mit Verantwortlichen des WDR. EMBA-Student Simon Galka hat seine Eindrücke zusammengefasst.

„Nähe und Orientierung – das ist unser Spannungsfeld“, erklärt Stefan Brandenburg, während er vor den unzähligen Redaktionsbildschirmen steht, auf denen das neue Logo des WDR prangt. Als Leiter der Programmgruppe „Aktuelles Fernsehen“ ist er unter anderem verantwortlich für das Infotainment-Format „Aktuelle Stunde“. Den anwesenden Studentinnen und Studenten erklärt er, wie man im Funkhaus Düsseldorf durch eine Neuorganisation der Redaktion noch schneller auf tagesaktuelle Ereignisse in NRW reagieren will – und zwar medienübergreifend.

Dabei müssen öffentlich-rechtliche Medienanbieter wie der WDR mit zunehmender Digitalisierung und sich änderndem Nutzungsverhalten immer auch einen Spagat zwischen Tradition und Moderne wagen. Es gilt, Anschluss zum Rest der Branche sowie zu jüngeren Nutzergruppen zu wahren, ohne dabei dem angestammten Publikum zu viel Veränderung auf einmal zuzumuten.

Wie solle man sich also einen Weg „durch den Dschungel bahnen und die richtigen Schneisen schlagen?“, begegnet Stefan Brandenburg den neugierigen Studenten auf ihre Frage, welche Medienplattformen denn für die Nutzung der WDR-Angebote zukünftig relevant seien. Es folgt eine lebendige Diskussion auf Augenhöhe – schließlich hatten sich die Zweitsemester zuvor im Modul Medienbetriebswirtschaft an der EMBA-Düsseldorf ein breites Wissen über die Zusammenhänge in der Medienbranche angeeignet.

Im selben Modul begrüßten sie wenige Tage vorher bereits einen anderen Verantwortlichen vom WDR, dieses Mal aus der Kölner Zentrale. Stefan Riese ist dort als Designmanager im Dach-Marketing tätig, wo man seit 2010 gemeinsam mit externen Agenturen an einem prägnanten und konsistenten Erscheinungsbild von Dachmarke sowie Programm- und Angebotsmarken des WDR arbeitet.

In seinem einstündigen Vortrag erläuterte Stefan Riese den umfangreichen Neupositionierungsprozess der vergangenen Jahre anhand des Markentransfers der Dachmarke WDR auf die Programmmarken WDR 5 und Funkhaus Europa. Dabei zeigte er den Studentinnen und Studenten, wie man anhand gestalterischer Elemente wie beispielsweise Farbgebung, Logo oder Bildauswahl ein harmonisches Gesamtbild aller Programm- und Angebotsmarken gewährleistet und gleichzeitig ihre Eigenständigkeit bewahrt.

Die Neupositionierung des Westdeutschen Rundfunks habe einiges effizienter und einfacher gemacht, resümiert Stefan Riese am Ende seines Vortrags. So hätten externe Agenturen zum Beispiel nun endlich eindeutige Design-Vorgaben, an denen sie sich bei der Erstellung von Werbekommunikation orientieren könnten. Es brauche aber weiterhin Zeit, die Marke WDR auch in den Köpfen der Menschen zu verankern.

Zwanzig Köpfe wird er mit seinen Worten an diesem Tag wohl sicher erreicht haben: die der Kursteilnehmer der Studiengruppe Sport-, Event- und Medienmanagement an der EMBA-Düsseldorf.“

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