EMBA-Dozent Sven Lechtleitner

Dozent Sven Lechtleitner im Interview zu Jobperspektiven

Wenn es um ihren Hochschulabschluss geht, sind viele Studierende und ihre Eltern verunsichert: Bin ich mit meinem Studienabschluss am Arbeitsmarkt gefragt? Zählt der Bachelor-Abschluss überhaupt etwas oder sollte ich unbedingt noch ein Master-Studium dranhängen? Fragen wie diese weiß der DüsseldorferEMBA-Dozent und Personal-Experte Sven Lechtleitner im Interview zu beantworten.

Bachelor- oder Master-Abschluss? Gilt prinzipiell: je höher der Abschlussgrad, desto besser?
Sven Lechtleitner: Ob sich ein Bachelor- oder Master-Abschluss für den Einstieg in die Praxis grundsätzlich besser eignet, ist pauschal nicht zu beantworten. Diese Entscheidung hängt vielmehr mit den individuellen Karriereabsichten und dem Know-how, welches Studenten eventuell noch weiter vertiefen möchten, zusammen. Es gibt durchaus Unternehmen, die in vereinzelten Arbeitsbereichen oder bei Führungskarrieren auf einen Master-Abschluss Wert legen. Meine Erfahrung zeigt aber: Es kommt eher auf die praktischen Kenntnisse und Erfahrungen an, die Studierende während ihres Studiums und durch Praktika erwerben. Das gilt insbesondere für den Berufseinstieg. Im Verlauf der späteren beruflichen Entwicklung kann – je nach Interesse und Karriereperspektive – immer noch ein Master-Abschluss angestrebt werden.

Staatlich, staatlich anerkannt, privat – spielt es eine Rolle, an welcher Bildungseinrichtung der Abschluss erworben wurde?
Es gibt Hochschulen und Bildungseinrichtungen mit einem sehr guten, aber auch welche mit einem weniger guten Ruf – das gilt für staatliche und private Institutionen gleichermaßen. Je nach Hochschul- oder Forschungsschwerpunkten sind es manchmal sogar einzelne Fakultäten, die sich durch ihre hervorragende Ausbildung auszeichnen. Berufseinsteigern kann es unter Umständen zugute kommen, wenn sie an einer renommierten Hochschule oder Fakultät ihren Abschluss erworben haben. Aber darauf würde ich mich als Studieninteressierter nicht so sehr fixieren. Wesentlich wichtiger ist es, einen Studiengang für sich zu finden, der inhaltlich am stärksten zu den eigenen Interessen passt. Das ist für einen erfolgreichen Abschluss wesentlich. Und mit diesem lässt es sich gut bewerben.

Worauf achten Personaler neben dem Ausbildungsgrad noch bei Bewerbern?
In erster Linie prüfen Personaler, ob der Bewerber zu der ausgeschriebenen Stelle passt. In der Regel fällt erst einmal das Augenmerk auf den Ausbildungs- oder Studienabschluss. Neben dem Abschluss spielen oftmals erste Berufserfahrungen, beispielsweise durch Praktika oder Nebenjobs, eine wesentliche Rolle. Aber auch erfolgreich abgeschlossene Praxisprojekte können Bewerber für ein Unternehmen interessant machen. Sind Sprachkenntnisse für die Stelle gefragt, sind es eventuelle Auslandsaufenthalte oder Besuche von Sprachkursen, nach denen in den Bewerbungsunterlagen geschaut wird. Nicht zu unterschätzen sind auch persönliche Eigenschaften wie Teamgeist oder Eigeninitiative. Letztere sind jedoch eher Themen für das Vorstellungsgespräch.

Inwieweit haben EMBA-Absolventen mit ihrem Bachelor-Abschluss der staatlichen Hochschule Mittweida gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt?
Aus meiner Sicht stehen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt immer gut, wenn man sich fachlich in eine Richtung spezialisiert und über umfangreiches Know-how in einem bestimmten Bereich verfügt. Dies ist bei einem EMBA-Studium der Fall. Die sehr konkrete Ausrichtung der Studieninhalte an Medienberufen bietet viele Vorteile für den späteren Einstieg im Medienbereich. Je näher die Lerninhalte am tatsächlichen Berufsfeld ausgerichtet sind, desto größer würde ich die Chance einschätzen, in diesem Job auch Fuß zu fassen. Darüber hinaus punkten EMBA-Absolventen mit einem starken Praxisbezug – sei es durch entsprechende Projekte oder die Dozenten aus der Praxis. So haben sie beste Aussichten, Arbeitgeber von sich zu überzeugen.

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