EMBA Dozent & Freizeitpsychologe Dr. Alexander Sieg im Interview

Was versteht man eigentlich unter Freizeitsoziologie und Freizeitpsychologie? Im heutigen Interview verrät der Berliner EMBA-Dozent Dr. Alexander Sieg, was hinter den beiden Buzzwords steckt und warum sie vor allem für einen Job in den Bereichen Tourismus, Hotel und Event einen wichtigen Mehrwert bieten.

Was genau versteht man unter Freizeitsoziologie und Freizeitpsychologie?
Dr. Alexander Sieg: Wenn die Soziologie die Lehre von der Gesellschaft ist, dann ist die Freizeitsoziologie die Lehre der gesellschaftlichen Voraussetzungen und Bedingungen von Freizeit einschließlich ihrer kulturellen Differenziertheit innerhalb einer spezifischen sozialen Ordnung. Freizeitsoziologen untersuchen, wie unterschiedlich Freizeit in den verschiedensten sozialen Gruppen verteilt ist und wie diese sozialstrukturell differenzierten Gruppen, etwa soziale Milieus, typischerweise ihre Freizeit verbringen. Welche kulturellen Muster sind zu beobachten und erkennen? Die Psychologie ist die Wissenschaft vom Verhalten und Erleben der Menschen. Die Freizeitpsychologie beschäftigt sich insbesondere mit der Motivation des Freizeitverhaltens, der Motivation der Freizeitinteressen, dem Zusammenhang von Persönlichkeitsstruktur und Freizeit, Freizeiterlebnisstrukturen, Wahrnehmungsstrukturen, Freizeitbedürfnissen, dem Zusammenhang von Motiven und Freizeitverhalten sowie mit Einstellungen und Vorurteilen.

An der EMBA ist das Modul Freizeitsoziologie und Freizeitpsychologie Teil der Studienrichtung Tourismus-, Hotel- und Eventmanagement. Welche Grundlagen erhalten die Studierenden?
Die Studierenden erhalten Grundlagen in den beiden Fächern Soziologie und Psychologie. Spezifische Begriffe werden mit ihren konkreten Bedeutungen eingeführt. Aber auch die unterschiedliche Herangehensweise dieser beiden Fächer wird veranschaulicht. So wird in der Soziologie der Blick für das Ganze, das Objektive, geschult und in der Psychologie der Aspekt des Subjektiven, der gleichzeitig in der Gesellschaft verankert ist, betont. Die Vorgehensweisen, Perspektiven und Forschungsergebnisse dieser beiden Fächer sollen nicht gegenübergestellt, sondern miteinander verbunden werden. Die jeweiligen Schwächen des einen Fachs sollen durch die Stärken des anderen Fachs ergänzt werden.

Welche Perspektiven für den Beruf bietet der Bereich der Freizeitsoziologie und Freizeitpsychologie Absolventen?
Wenn ich intensive Kenntnisse über die sozialstrukturellen Zusammenhänge, die Ausdifferenzierung von sozialen Milieus und gleichzeitig über das Verhalten, das Erleben und die Wahrnehmung von Menschen besitze, kann ich auch sehr spezifische, differenzierte Freizeitangebote, vor allem im Bereich Tourismus, Hotel, Event, für die verschiedensten soziale Gruppen planen und realisieren. Je klarer, differenzierter und eindeutiger ich eine bestimmte Zielgruppe anspreche, desto erfolgreicher bin ich mit meinem Konzept. Projekte im Freizeitbereich, die auf alleinigen Kenntnissen von wirtschaftlichen Zusammenhängen oder Marketing beruhen, führen dagegen oft zu kurzsichtigen Konzepten und scheitern.

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