Karriere als Musikmanager: Tipps von Branchen-Experte Florian Richter

Florian Richter ist Inhaber von brandnewmusic und Experte für Audio-Strategie Consulting und Musikkooperationen. Er arbeitet mit Marken wie Coca-Cola, Mercedes und Vodafone zusammen. Davor hat er als Musikproduzent Hits produziert und eigene Künstler erfolgreich im Markt etabliert. Mit Kompositionen, Produktionen und Remixen für Künstler wie Jennifer Lopez, Mary J. Blige, N-Sync, die Pet Shop Boys und No Angels wurde er mit Gold- und Platin-Awards ausgezeichnet und für den Echo "Produzent des Jahres" nominiert. Im Interview verrät der EMBA-Projektpartner, was die Branche bewegt, warum ein Bachelor Studium mit Schwerpunkt Musikmanagement Zukunft hat und wieso Durchhaltevermögen mindestens genau so wichtig ist wie das Abhängen auf Branchen-Partys.

Wie und wann sind Sie selbst in der Musikbranche gelandet?
Florian Richter: Ich habe schon früh die Vision gehabt, mit Künstlern zu arbeiten und für sie Musik zu produzieren. Es hat aber einige Jahre, viele Stunden in Tonstudios und umfassende Praxiserfahrung gebraucht, bis präsentable Künstler mit mir arbeiten wollten und ich endlich meinen ersten Hit hatte.

Welche Interessen und Fähigkeiten sollte man mitbringen, wenn man langfristig gern in dem Musikbereich arbeiten möchte?
Eine besondere Liebe zur Musik sowie für den Umgang mit Künstlern ist sicher wichtig, gerade weil es nicht so einfach ist, in der Musikbranche Geld zu verdienen. Man braucht in jedem Fall Durchhaltevermögen.

Warum können Sie ein Bachelorstudium in den Bereichen Musik- und Konzertmanagement empfehlen?
Auch in der Musikbranche ist eine fundierte Ausbildung von Vorteil. Fachliches Know-how, aber auch strukturiertes Arbeiten, ein sicherer Auftritt und andere Skills wie beispielsweise überzeugendes Präsentieren sind mindestens genau so wichtig wie das Abhängen auf Branchen-Partys.

Welchen Tipp würden sie einem jungen Interessenten mit auf den Weg geben, der später gern als Musik- oder Konzertmanager arbeiten möchte?
Mit meiner Berufserfahrung komme ich eher zu dem Ergebnis, dass ich keine Tipps geben sollte. Jeder sollte sich selbst überlegen, was er richtig und wichtig findet und dann einfach dran bleiben!

Man hört häufig, dass sich das Kerngeschäft von dem Tonträger-/MP3-Verkauf zu dem Tournee- und Konzertgeschäft hin verschoben hat. Sehen Sie das auch so?
Physische Tonträger verkaufen sich schon seit Jahren schlechter. Mittlerweile gehen auch die Download-Zahlen zurück. Ob Streaming, insbesondere für neue Releases, langfristig ähnliche Umsätze wie in den vergangen Jahren erwirtschaften kann, ist noch nicht absehbar. Das Live-Geschäft auf der anderen Seite verzeichnet nicht in allen Bereichen Zuwächse. Gerade kleinere Locations und Künstler können die Rückgänge aus dem Tonträger-Bereich oft nicht kompensieren.

Wie ist die aktuelle Situation in der Branche? In welchen Bereichen wächst der Markt noch? Und inwiefern hat die Digitalisierung die Musik-Branche und auch die Berufsfelder verändert?
Die Digitalisierung verändert die Branche immer noch rasant. Eine Prognose ist schwierig. Deshalb würde ich Absolventen eher dazu raten ihre individuellen Skills zu stärken: Strukturiertes Arbeiten, Sprachkenntnisse, vor allem auch auf Englisch, Teamfähigkeit und –führung und Selbstmotivation sind wichtig.

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