Marketing-Interview mit EMBA-Dozent Marcus Bartelt

Marcus Bartelt ist Experte für Marketing und Kampagnen. Heute beantwortet der EMBA-Dozent aus Berlin drei Fragen rund um sein Fachgebiet. Wie er den Begriff Marketing definiert und was den Hype um „Green Marketing“ ausgelöst hat, lest ihr hier:

Jobs im Marketing sind bei jungen Absolventen extrem beliebt. Worin liegt Ihrer Meinung nach die Faszination?
Marcus Bartelt: Die Faszination für das Marketing ist ungebrochen: Schon in meinem Abi-Jahrgang wollte ein Großteil der Absolventen „in die Werbung“ oder „irgendwas mit Marketing“ machen. Heute sind die Zielvorstellungen wesentlich konkreter. Marketing als Disziplin umfasst die unterschiedlichsten Bereiche: Ob Big Data und Marktforschung, das Analysieren von Märkten, die Entwicklung von Strategien oder die ganz konkrete Arbeit mit den Marketinginstrumenten in der Umsetzung – es ist für jeden etwas dabei, ganz gleich, ob er lieber analytisch, strategisch oder kreativ arbeiten möchte.

Marketing, ein Begriff mit vielen Definitionen. Was bedeutet er für Sie?
Grundvoraussetzung ist für mich das Verständnis des Marktbegriffes: Erst wenn wir erkennen, welche Kräfte im Mikro- und im Makrobereich auf unseren spezifischen Markt einwirken, können wir gutes Marketing machen. Marketing ist dabei nichts anderes als die zusammengezogene Form von „to market bring“, also Produkte und Dienstleistungen am Markt zu positionieren. Die Wege und Möglichkeiten dahin sind mannigfaltig – und das macht den Beruf so abwechslungsreich und spannend.

Was verbirgt sich hinter dem aktuellen Hype-Thema Green Marketing?
Zunehmend mehr Menschen erkennen weltweit, dass der wirtschaftliche Glaube an das ewige Wachstum ein Irrglaube ist: Unsere Ressourcen sind begrenzt und endlich. Das stellt einerseits unser bestehendes Wirtschaftssystem in Frage und sucht zeitgleich nach Alternativen, Stichwort „conscious capitalism“. Andererseits sehen wir aber auch, dass der Konsument – und hier gerade die junge Generation – sein Verhalten verändert. Kein grenzenloser Konsum mehr, sondern neue Modelle wie Sharing, Leasing, Upcycling entstehen. Wir brauchen ein neues Wirtschafssystem, das nicht mehr auf Maximierung, sondern Optimierung beruht, doch dann geht es nicht mehr um Zahlen, sondern um Werte.<br/> Auch das Marketing muss sich diesen veränderten Bedingungen anpassen: Manche sprechen vom ethischen Marketing – was viele wiederum für ein Paradoxon halten –, andere vom Green Marketing, wobei „green“ heutzutage mehr meint als klimaneutral, sondern auch für fair, sozial, transparent, regional und vieles mehr steht. Wenn Autohersteller Sharing-Modelle anbieten, Lidl mit Nachhaltigkeit wirbt, der größte deutsche Wurstfabrikant unheimlichen Erfolg mit vegetarischen Schnitzeln hat und ein Sprudelhersteller veganes Mineralwasser anbietet, dann sehen wir hier bereits, wie auf diese veränderten Märkte vonseiten der Unternehmen reagiert wird. Green Marketing versucht nun nichts anderes, als die Frage zu beantworten, wie wir mit den vorhandenen Marketing-Instrumenten guten, grünen Ideen zu Erfolg verhelfen können.

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