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EMBA-Dozent und Autor Markus Czerner

Mentale Verfassung entscheidet über Erfolg: Neues Buch von Markus Czerner

„Erfolg ist erlernbar“ behauptet EMBA-Dozent Markus Czerner. In seinem neuen Buch „Alles Kopfsache“ verrät der ehemalige Leistungssportler und Sportexperte, welche fünf Faktoren seiner Meinung nach zu Erfolg führen. Im Interview haben wir mit ihm über den Einfluss äußerer Faktoren, das Streben nach Selbstoptimierung und den Weg zu einem erfolgreichen Leben gesprochen.

Ihr neues Buch heißt „Alles Kopfsache“. Worum geht es darin genau?
Markus Czerner: Kurz auf den Punkt gebracht geht es darum, dass Erfolg planbar ist. Im Fokus des Buches steht der mentale Bereich. Wir können nur erfolgreich handeln, wenn wir auch mentale Voraussetzungen dafür schaffen. Die meisten Menschen verfügen über ein sehr hohes Leistungspotenzial, können dieses aber nicht abrufen, weil ihnen zu Beispiel in Drucksituationen die Nerven versagen. Wer Erfolg haben will, muss aber unter Druck seine absolut beste Leistung abrufen. Wie das geht, erfahren die Leser in meinem Buch.

Sie stellen die These auf, dass Erfolg erlernbar ist. Wie wird man denn erfolgreich?
Ganz genau. Ich habe fünf Erfolgsfaktoren aufgestellt, die jeder von uns erlernen kann: Ziele setzen, ein Warum finden, Selbstvertrauen stärken, die Macht der Gedanken nutzen und mit der richtigen Einstellung durchs Leben gehen. Am Ende des Tages steht der Erfolg. Jeder dieser Faktoren ist erlernbar. Besonders in der Welt des Spitzensports sind diese Faktoren fester Bestandteil. Keiner von uns wird zum Beispiel mit einem extrem starken Selbstvertrauen geboren. Es ist schlicht und einfach erlernbar, genau so wie wir lernen können, uns die richtigen Ziele zu setzen, willensstark und diszipliniert zu agieren, den Fokus in unseren Denkmustern zu verschieben.

Sie waren früher Leistungssportler. Sind erfolgreiche Sportler immer auch diejenigen, die mental am besten auf den Erfolg eingestellt sind?
Ja, definitiv. Aber nicht, weil sie so geboren wurden, sondern weil sie früh gelernt haben, wie entscheidend die mentale Verfassung für die eigene Leistung ist. Hier gibt es auch überhaupt keinen Unterschied zwischen der Sport- und Businesswelt. Außer, dass sich in der Businesswelt in den meisten Fällen immer nur mit der Handlungsebene beschäftigt wird und der mentale Bereich völlig außen vor gelassen wird.

Ob ich beispielsweise mit einer Bewerbung um einen Job Erfolg habe, hängt aber von sehr vielen Faktoren ab, die ich selbst oft gar nicht aktiv beeinflussen kann. Ein Stück Zufall ist immer dabei. Wie kann ich trotzdem dank mentaler Stärke aktiv den Erfolg „vorbereiten“?
Das ist richtig. Aber es ist immer einfach, äußerliche Faktoren für das eigene Scheitern verantwortlich zu machen. Natürlich kann ich solche Faktoren nicht beeinflussen, aber es ist ein großer Unterschied, ob ich einen Job nicht bekomme, weil es einfach nicht gepasst hat, oder ob ich einen Job nicht bekomme, weil ich im Bewerbungsgespräch aufgrund von Nervosität völlig versagt habe. Wer Dritten hier die Schuld in die Schuhe schiebt, wird langfristig niemals Erfolg haben, denn er wird sich nicht weiterentwickeln. Wer aber daran arbeitet, unter Druck seine beste Leistung abzurufen, der wird erfolgreich sein. Vielleicht nicht beim ersten Gespräch, aber beim zweiten, dritten oder vierten. Viele fühlen sich auch von einer Absage gekränkt. Erfolgreiche Menschen nutzen eine Absage, um sich weiterzuentwickeln. Vielleicht hat jemand anders den Job bekommen, weil mir selbst eine Kompetenz gefehlt hat? Dann muss ich eben diese Kompetenz auch erwerben. Erfolg ist doch dann nur noch eine Frage der Zeit.

Das Streben nach Selbstoptimierung und Perfektion ist in Ihren Augen weniger wichtig. Was sollte man denn stattdessen besser in den Fokus des eigenen Strebens stellen?
Das ist so nicht ganz richtig. Selbstoptimierung ist sehr wichtig. Jeder Spitzensportler versucht jeden Tag besser zu werden als er gestern war. Diese Einstellung und Entwicklung führt zwangsläufig zum Erfolg. Auch hier gilt: Die Zeit spielt für einen. Perfektion ist etwas, das es nicht gibt, also ist es auch sinnlos, diese anzustreben. Keiner von uns ist perfekt. Jeder Mensch hat Fehler und Makel, umso wichtiger ist es, dass wir diese Fehler erkennen und zu ihnen stehen. Eigenakzeptanz ist ein ganz wichtiges Kriterium auf dem Weg zum Erfolg. Im Fokus sollte also eine Mischung aus der Optimierung unseres Handelns und der Optimierung unserer mentalen Fähigkeiten stehen. Die Menschen müssen erkennen, dass unser Handeln nur das Symptom ist, die Ursache dafür sind unsere Gedanken.

Haben Sie einen Tipp, welche kleine Übung mir täglich ohne viel Aufwand dabei helfen kann, meinen Kopf auf den Erfolg vorzubereiten?
Stellen Sie sich jeden Morgen nach dem Aufstehen die erfolgreiche Erreichung Ihrer Ziele vor. Ob Karriereziele, Lebensziele oder Tagesziele – völlig egal. Visualisieren Sie in Ihren Gedanken den Erfolg. Das können Sie auch vor wichtigen Meetings oder Kundenpräsentationen machen. Mit dieser Visualisierung bereiten Sie Ihren Kopf auf den bevorstehenden Erfolg vor. Es ist übrigens eine Strategie, die so gut wie alle Menschen nutzen, die wenigsten jedoch zu ihrem Vorteil: Bleiben wir bei der bevorstehenden Kundenpräsentation: Die meisten Menschen stellen sich in ihren Gedanken sehr detailliert vor, was alles schief laufen kann – sie visualisieren also das absolute Worst-Case-Szenario. Dass dieses dann tatsächlich auch eintritt, ist das logische Resultat. Denn sie haben ihren Kopf darauf programmiert. Drehen Sie den Spieß also einfach um und beginnen Sie damit, das Erreichen Ihrer Ziele und das Bewältigen von Herausforderungen zu visualisieren. Ich garantiere Ihnen, Sie werden sichtlich mehr Erfolg haben.

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