Tipps für die Praktikumssuche von Arne-Kristian Schulz (Blueforte)

Das Pflichtpraktikum im fünften Semester ist für viele Studenten ein echter Türöffner. Wer hier überzeugt, kann wichtige Kontakte knüpfen und den eigenen Lebenslauf sinnvoll ergänzen. Aber wie findet man eigentlich den passenden Platz? Wie sieht die ideale Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch aus und was gilt es, bei der Bewerbung unbedingt zu beachten? EMBA-Dozent Arne-Kristian Schulz ist Experte für Personalmanagement und Unternehmensführung und weiß, worauf Studenten besonderen Wert legen sollten. Im Interview gibt der Head of Visual Business Analytics von blueforte wertvolle Tipps.

Großes Unternehmen, Agentur oder Start-up – wie findet man den passenden Praktikumsplatz?
Arne-Kristian Schulz: Zunächst gilt es natürlich, sich darüber klar zu werden, wohin man möchte und wie man sinnvoll sein Studium durch Praxiserfahrung ergänzt. Gerade in Start-ups kann man selbst als Praktikant oft schnell viel Verantwortung übernehmen. Wer klare Strukturen und einen renommierten Namen im Lebenslauf sucht, geht zu großen Unternehmen. Ist die Frage der Unternehmensgröße beantwortet, kann man sich auf die Suche nach potenziellen Arbeitgebern machen. Jeder hat schon ein paar Unternehmen im Kopf, die einen interessieren – das reicht aber nicht. Also gilt es herauszufinden, was der Markt hergibt.

Worauf sollte man bei der Auswahl besonderen Wert legen?
Gerade kleine Unternehmen, Start-ups und Agenturen schreiben ihre Praktikumsplätze nicht zwingend aktiv aus. Es gibt bei der Suche drei Vorgehensweisen: Schaut Euch auf Webseiten wie kununu.com oder somewhere.com (für Start-ups und junge Unternehmen) um. Das sind zwar keine klassischen Karriereseiten, aber man bekommt hier Orientierung über potenzielle Arbeitgeber in der eigenen Stadt. Ihr holt Euch die „Junge Karriere“ vom Handelsblatt oder schaut auf karriere.de. Hier findet Ihr alle Unternehmen, die mit dem „Fair Company“ Siegel für faire Praktika ausgezeichnet sind. Oder man schaut auf branchenspezifischen Portalen nach. Hat man seine „Traumarbeitgeber“ gefunden, sucht man auf den Karriereseiten nach ausgeschriebenen Praktikumsplätzen. Findet man keine Angebote, sollte man sich nicht abschrecken lassen, sondern einfach mal selbstbewusst und bestimmt nachfragen. Also mit der Personalabteilung verbinden lassen und sagen, was man konkret machen möchte und anbieten kann. Dann direkt anbieten, die eigenen Unterlagen digital zuzusenden.

Als Student hat man oft noch nicht allzu viele Stationen, die man im Lebenslauf angeben kann. Wie kann man trotzdem punkten?
Alles, was man an Kompetenzen und Erfahrungen in die Waagschale werfen kann, ist interessant und bringt Pluspunkte. Nicht jeder kann vorangegangene Arbeitserfahrungen und Praktika vorweisen. Genauso zählen aber Engagement in der Schule oder im Studium sowie weitere Kenntnisse und Erfahrungen. Sprecht Ihr eine Fremdsprache gut oder wart Ihr im Ausland? Habt Ihr Euch als Jugendgruppenleiter oder Trainer engagiert? Seid Ihr begabt in der Programmierung von Webseiten oder Apps? EMBA-Studenten erhalten im Anschluss an Praxisprojekte von den Kunden Zertifikate – auch das zählt als relevante Erfahrung.

Welchen Fehler sollte man bei der schriftlichen Bewerbung auf gar keinen Fall machen?
Die Bewerbung sollte zeigen, dass ernsthaftes Interesse am Arbeitgeber und an dem Praktikumsplatz besteht – also bitte kein einheitliches Bewerbungsschreiben, das man jedem Unternehmen schicken könnte. Unbedingt zu vermeiden ist der Einstieg mit „die Stelle interessiert mich sehr“ – das haben Personaler 1000 Mal gelesen und rollen nur mit den Augen. Seid in den ersten zwei Sätzen kreativ und gebt dort konkret an, welchen Mehrwert Ihr versprecht und warum das Praktikum zu Euch passt. Anschließend erzählt Ihr aktiv, welche Erfahrungen Ihr vorzuweisen habt – und zwar nicht als Abklatsch vom Lebenslauf, sondern als ergänzende und komplementäre Information.

Die erste Hürde ist genommen, man hat eine Einladung für ein Bewerbungsgespräch erhalten. Wie sieht die ideale Vorbereitung darauf aus?
Kein Unternehmen möchte einen uninteressierten Bewerber – also bereitet Euch auf das Unternehmen konkret vor. Das habt Ihr ja ohnehin schon für die Bewerbung getan. Wenn Ihr eingeladen werdet, setzt Ihr Euch mindestens ein bis zwei Stunden nur mit der Firma auseinander. Welche Kunden und Produkte hat sie, wo ist sie aktiv, wie viele Mitarbeiter hat sie und welchen Umsatz hat das Unternehmen erzielt? Gerade bei Agenturen solltet Ihr ein paar große Kunden sowie die begleiteten Werbekampagnen kennen. Fragt bei Start-ups und Agenturen auch gerne vor dem Termin nach, in welchem Dresscode Ihr zum Bewerbungsgespräch erscheinen sollt.

Tag eins im Praktikum – was sollte man auf jeden Fall beachten?
Ihr seid neu im Team, also stellt Euch allen vor – das machen die Praktikumsunternehmen aber oft von alleine. Danach solltet Ihr Euch mit den Gepflogenheiten und (ungeschriebenen) Regeln des Unternehmens vertraut machen. Fragt einfach Eure Vertrauensperson oder einen netten Kollegen, ob es irgendwas Besonderes, wie beispielsweise Handy- und Internetnutzung, zu beachten gibt. Hierzu gehört auch die Frage nach den gewünschten Arbeitszeiten – nichts ist peinlicher, als gleich am zweiten Tag zu spät zu kommen. Wenn Ihr am ersten Tag keine Aufgaben bekommt, bietet Euch aktiv an.

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