Yannick Kluch hat in den USA seinen Doktortitel erhalten

Wissenschaftliche Karriere: EMBA-Absolvent schafft Promotion

Nach dem Bachelor-Abschluss und einem Praxisjahr ist Yannick Kluch 2012 für seinen Master-Abschluss in die USA gezogen. Jetzt hat der EMBA-Absolvent (Kommunikations- und Medienmanagement) aus Hamburg an der Bowling Green State University erfolgreich seine Promotion abgelegt. Vier Jahre hat der 28-Jährige an seiner Doktorarbeit gearbeitet und freut sich jetzt auf neue berufliche Herausforderungen bei der National Collegiate Athletic Association (NCAA).

Im Anschluss an sein Master-Studium hat ihm die Bowling Green State University angeboten, einen Doktor in Medien- und Kommunikationswissenschaften zu absolvieren. „Da mir das Leben an einer amerikanischen Universität so gut gefallen hat, habe ich das Angebot gerne angenommen. Ich habe mich dafür entschieden, an meiner Uni zu bleiben, weil die Spezialgebiete der Lehrkräfte mit meinen übereinstimmen.“ Schon im Master hat er Kurse in Sportkommunikation, Sportwissenschaften, und Sport Management belegt und sich entschieden, seine Forschung auf die Bereiche Sport, Medien und Kultur zu konzentrieren. 

Was er aus dem EMBA-Studium mitgenommen hat? „Das Wissen und die Soft Skills, die ich mir während meiner Zeit an der EMBA angeeignet habe, haben mir sehr während meines Master- und Doktorstudium geholfen. Module wie wissenschaftliches Arbeiten und natürlich auch die Bachelorarbeit haben mir erste Erfahrungen in der Forschung gebracht“, sagt Yannick Kluch. Am 4. Juni berichtet er in einem Gastvortrag an der EMBA in Hamburg von seinen Erfahrungen in den USA.

„Eine Promotion im Bereich Medien- und Kommunikationswissenschaften dauert in den USA in der Regel vier Jahre. In den ersten beiden Jahren werden Kurse in Methodik sowie in Medien- und Kommunikationswissenschaftstheorien belegt. Im dritten Jahr legt man sein Preliminary Exam ab. Das ist ein wochenlanges Examen, in dem geprüft wird, ob man die Kursinhalte verinnerlicht hat und bereit ist, eine Doktorarbeit zu schreiben. Anschließend muss man ein Thema für die Doktorarbeit vorschlagen und vor dem Prüfungskomitee verteidigen. Im vierten Jahr schreibt man dann die eigentliche Doktorarbeit. Sobald diese fertiggestellt ist und vor dem Prüfungskomitee verteidigt wurde, erfolgt die Verleihung des Doktortitels“, erläutert der EMBA-Absolvent.

Das Thema seiner Doktorarbeit ist eng mit dem Unileben und seiner Leidenschaft für Sport verknüpft: „In Amerika hat Sport einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland. Die Amerikaner sind eines der sportbegeistertsten Länder der Welt! Viele Universitäten haben eigene Sportteams, die für die Unis antreten und die viele Athleten als Sprungbrett zum Profisport benutzen. Weil studentische Athleten oft als die Gesichter der Uni angesehen werden und sehr bekannt sind, wollte ich analysieren, wie Sportler diese Bekanntheit für gute Zwecke nutzen. Für meine Doktorarbeit habe ich deshalb über 30 Athleten interviewt, die sich als Aktivisten für soziale Gerechtigkeit sehen. Ich wollte sehen, wie sie ihre Identität als Sportler und Aktivisten konstruieren und welche Hindernisse ihnen in den Weg gelegt werden.“

In dem ersten Jahr seines Doktorstudiums hat Yannick Kluch die „We Are One Team (WA1T)“ Initiative gegründet. „Die Initiative nutzt Sport um sich für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Wir bringen professionelle Sportler an die Uni, die ihre Berühmtheit nutzen um sich für die Rechte von Minderheiten oder andere Themen im Bereich soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Außerdem stellt „We Are One Team (WA1T)“ kleinere Projekte auf die Beine, die Vorurteile abbauen sollen. „Meine Zeit an der EMBA hat mich optimal darauf vorbereitet, ein ausführliches Kommunikationskonzept für diese Initiative zu entwickeln“, meint der 28-Jährige.

Was als Nebenprojekt angefangen hat, ist innerhalb von drei Jahren zu einer der führenden Initiativen für soziale Gerechtigkeit im Bereich Sport an amerikanischen Universitäten geworden. 2017 wurde die Initiative mit dem „Award for Diversity and Inclusion“ der NCAA ausgezeichnet und hat sich gegen über 1.200 Colleges und Universitäten, die die NCAA verwaltet, durchgesetzt. 

„Meine Arbeit an dem Projekt hat mir nicht nur erlaubt, meine Forschungsergebnisse praxisnah umzusetzen, sondern auch das ganze Land zu bereisen und Vorträge darüber zu halten, wie Sport für gemeinnützige Projekt und soziale Gerechtigkeit eingesetzt werden kann. Im Moment arbeite ich daran, „We Are One Team (WA1T)“ als eine  gemeinnützige Organisation anzumelden, damit ich die Initiative dann an Colleges und Universitäten im ganzen Land bringen kann.“

Gut anderthalb Jahre hat Yannick Kluch an seiner Doktorarbeit geforscht und die Ergebnisse auf 375 Seiten zusammengefasst. Jetzt hat er den offiziellen Titel „Doctor of Philosophy“ erhalten. „Das ist der höchste akademische Abschluss, den man in den USA erreichen kann. Ich habe sowohl mein Masterstudium als auch mein Doktorstudium mit der Note 1,0 abgeschlossen“, erklärt der EMBA-Absolvent stolz. In den nächsten Jahren möchte er seine Doktorarbeit gern publizieren und steht dafür schon mit mehreren Verlagshäusern in Kontakt. 

Eine Rückkehr nach Deutschland kann er sich momentan nicht vorstellen. „Ich werde im Juni nach Indianapolis ziehen und ein einjähriges Programm in der NCAA absolvieren. Das Programm ist sehr renommiert und es ist schwer dort aufgenommen zu werden. Neben mir wurden nur 25 andere Absolventen aus über 3000 Bewerbern ausgewählt! Bei der NCAA werde ich im Office of Inclusion arbeiten, worauf ich mich sehr freue. Dort werde ich Programme und Initiativen entwickeln, die es Minderheiten ermöglichen, am College Sport teilzunehmen. Nach meinem Jahr mit der NCAA werde ich eine Position als Assistant Professor im Bereich Sportkommunikation und Medien an der Rowan University in New Jersey antreten.“

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